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BrandschutzbeauftragterKMU

Externer Brandschutzbeauftragter: Wann lohnt es sich für KMU?

Vergleich zwischen internem und externem Brandschutzbeauftragten – mit Kostenrechnung, Pflichten-Übersicht und Entscheidungs-Matrix für Geschäftsführer.

3 Min. Lesezeit

Viele kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) stehen vor derselben Frage: "Brauchen wir einen Brandschutzbeauftragten – und wenn ja, intern oder extern?" Die Entscheidung hat Folgen für Compliance, Versicherungsschutz und Personalkosten. Dieser Artikel hilft bei der Abwägung.

Wer muss überhaupt einen Brandschutzbeauftragten bestellen?

Pflicht ist der Brandschutzbeauftragte unter anderem in:

  • Versammlungsstätten (ab 200 Personen, je nach Bundesland)
  • Verkaufsstätten über 2.000 m² Verkaufsfläche
  • Industriebauten mit erhöhter Brandgefährdung (oft im Brandschutzkonzept gefordert)
  • Pflegeheimen und Krankenhäusern
  • Vielen Gewerbe-Sonderbauten durch Auflagen der Bauaufsicht

Auch wenn keine direkte Pflicht besteht, empfehlen Versicherer und Berufsgenossenschaften einen Brandschutzbeauftragten ab ca. 20 Mitarbeitern – im Schadensfall kann das Vorhandensein eines Beauftragten den Versicherungsschutz wahren.

Was macht ein Brandschutzbeauftragter eigentlich?

Die Aufgaben sind in der vfdb-Richtlinie 12-09/01 definiert. Dazu gehören:

  1. Begehungen des Betriebs (typisch quartalsweise)
  2. Aktualisierung der Brandschutzordnung (DIN 14096), Feuerwehrpläne, Flucht- und Rettungspläne
  3. Schulungs-Planung für die Belegschaft
  4. Behördenkommunikation (Bauaufsicht, Feuerwehr)
  5. Mängelliste mit Priorisierung und Nachverfolgung
  6. Jährlicher Bericht an die Geschäftsführung
  7. Begleitung von Brandschutz-Übungen und Räumungen

Der zeitliche Aufwand bei einem 50-Mann-Betrieb liegt typisch bei 4–8 Stunden pro Monat – also deutlich unter einer halben Stelle.

Intern oder extern? Die Entscheidungs-Matrix

| Kriterium | Intern | Extern | |---|---|---| | Personal-Kosten | Voll- oder Teilzeitstelle (45–70 k€/Jahr) | Pauschal-Honorar (oft 200–400 €/Monat) | | Ausbildungs-Kosten | Einmalig 2.500–4.000 € (vfdb 12-09/01) | Beim Anbieter inklusive | | Verfügbarkeit | Im Urlaub/Krankheit nicht erreichbar | Vertretung im Anbieter-Team | | Erfahrung | Lernkurve, oft Erstanwender | Spezialist mit Multi-Branchen-Erfahrung | | Behörden-Kontakt | Muss aufgebaut werden | Anbieter hat etablierte Wege | | Versicherungs-Konformität | Identisch | Identisch | | Wechsel-Risiko | Bei Mitarbeiter-Kündigung Lücke | Vertragsbeendigung mit Frist |

Wann lohnt sich extern?

In unserer Praxis raten wir zu extern in folgenden Fällen:

  • Belegschaft unter 100 Mitarbeitern – eine eigene Stelle rechnet sich kaum
  • Mehrere Standorte, weil ein externer Anbieter die Reisezeiten effizienter koordiniert
  • Komplexe Sonderbauten (Versammlungsstätten, Industriebau), wo Spezialwissen gefragt ist
  • Saisonale Projekte wie Veranstaltungen, die nur temporär einen Brandschutzbeauftragten benötigen
  • Übergangsphase, wenn intern jemand ausgebildet wird und schon vorab Compliance gebraucht ist

Wann lohnt sich intern?

  • Großkonzern mit über 250 Mitarbeitern
  • Industriebau mit erhöhter Brandgefährdung und täglichem Bedarf
  • Bestehende Sicherheits-Abteilung, die nur einen weiteren Beauftragten erweitert
  • Sie benötigen den Brandschutzbeauftragten als Sicherheitsbeauftragten oder Sifa-Vertretung (kombinierte Funktion)

Was kostet ein externer Brandschutzbeauftragter?

Die Honorare variieren je nach Betriebsgröße, Komplexität und Begehungs-Frequenz. Typisch:

  • Klein-Betrieb (bis 30 MA): 150–250 €/Monat
  • Mittel-Betrieb (30–100 MA): 250–500 €/Monat
  • Sonderbau / Industriebau: ab 500 €/Monat, individuell

Im Vergleich zu einer Vollzeit-Stelle (45 k€ + Sozialabgaben + Ausbildung) sparen KMU mit dem externen Modell 5.000–15.000 € pro Jahr.

Praxis-Tipp: 4 Fragen vor der Beauftragung

Wenn Sie über einen externen Brandschutzbeauftragten nachdenken, klären Sie diese 4 Punkte vorab:

  1. Welche Begehungs-Frequenz ist im Vertrag enthalten?
  2. Wer ist Ihr Ansprechpartner im Anbieter-Team – und wer vertritt im Urlaub?
  3. Sind Behörden-Termine im Pauschalhonorar enthalten oder werden sie extra abgerechnet?
  4. Wie viele Stunden sind pro Monat enthalten? Gibt es ein Stundenkontingent oder eine Pauschale?

Fazit

Für die Mehrheit der KMU mit unter 100 Mitarbeitern ist der externe Brandschutzbeauftragte die wirtschaftlich und fachlich überlegene Wahl. Sie sparen Personal- und Ausbildungs-Kosten, bekommen Multi-Branchen-Erfahrung und müssen keine Vertretung im Urlaub organisieren. Bei wachsender Belegschaft kann ein Wechsel zu einer internen Stelle später jederzeit erfolgen – die Übergabe der Dokumentation ist dann sauber strukturiert.